Trinkgelder und Betteln

Mai, 2001 - von Martin Atzenhofer

Trinkgelder
Für Trinkgelder gibt es in Indien keine festgeschriebenen Regeln. In Touristischen Plätzen, wie Hotels und Restaurants wird inzwischen ein Bakschisch erwartet, während an billigen Essensplätzen, die von der Normalbevölkerung frequentiert werden, keines erwartet wird.
In Restaurants gebe ich wie daheim, je nach Qualität, bis ca. 10 %, jedoch maximal 10 Rupees, was schon sehr hoch ist, wenn man bedenkt, dass in Indien ein Niedrig-Tageslohn oft noch unter 70 Rupees am Tag liegt.

 
Wenn Sie einen Tempel betreten, müssen Sie die Schuhe am Eingang lassen, dort zahlen die Einheimischen gewöhnlich einen halben Rupee für das Aufbewahren der Schuhe, von einem Touristen wird normalerweise mehr erwartet. Ein Rupee ist ja noch o. k., aber bitte nicht mehr.

 
Betteln


Ein sehr schwieriges Thema, überall an öffentlichen Plätzen, Tempeln, Bahnhöfen gibt es Bettler, die einem mit einer offenen Hand begrüßen. Daß es in Indien Armut gibt und kein soziales Netz in unserem Sinne, ist auch nicht zu übersehen. Das Mitgefühl für diese armen Menschen drückt einem schwer auf das Herz. Einheimische geben den Bettlern normalerweise nur bis zu einem halben Rupee, ich gebe normalerweise 1 Rupee, von Touristen wird aber von den Bettlern meist mehr erwartet. Geben Sie lieber weniger und öfter, denn morgen wird Ihnen der Bettler wieder die offene Hand unter die Nase halten.
Bettler

Nicht leiden kann ich aber die Methode der aggressiven Bettelei, die besonders bei Touristen angewandt wird. Der/Die Bettler wird aufdringlich, zupft am Ärmel, bleibt trotz abschlägiger Antwort vor einem stehen oder man wird verfolgt. Es kann zermürbend sein, solche Menschen abzuweisen, aber daheim gibt man einem aggressivem, aufdringlichen Menschen ja auch nichts. Ich möchte diese Unsitte nicht mit Erfolg belohnen, was ja wieder zu einer Vermehrung derselben führt. (Erfolg wird immer nachgeahmt).

 
Bettelnden Kindern gebe ich, wenn überhaupt, nur Geschenke in Form von Essen, Süßigkeiten, Kugelschreiber.

 
In Indien existiert auch so was wie eine Bettlermafia. Bettler werden gezielt zu Veranstaltungen gebracht und müssen anschließend das meiste Geld abgeben, daher finde ich, ist das Geld, das man einem Bettler irgendwo außerhalb oder an "nicht"-touristischen Plätzen gibt, besser investiert.

 



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