Verkehrsmittel in Indien - Reisen in Indien

Juni, 2001 - von Martin Atzenhofer

Züge


Das beste Transportmittel ist die Bahn, besonders, wenn große Distanzen überwunden werden müssen, was in Indien ja normal ist. Wer es sich leisten kann, sollte mit der ersten Klasse fahren, die zweite Klasse ist aber recht ordentlich. Die dritte Klasse ist nur für kurze Strecken oder Masochisten geeignet (Holzbänke). Ich reise gewöhnlich mit der zweiten Klasse über Nacht im "second class sleaper", den es mit und ohne Aircondition gibt.
Inder müssen Ihre Reisen im Zug lange im voraus planen. Gewöhnlich sind die Züge auf Monate im voraus ausgebucht. Für Touristen gibt es eine "Tourist-Quota", die es ermöglicht, innerhalb von ein bis zwei Tagen, ein Ticket zu bekommen. Die Abwicklung ist teilweise etwas kompliziert:

 
Tourist-Quota:
- in den großen Städten: gibt es für diese Tickets ein eigenes Buchungsbüro oder -Schalter in den Bahnhöfen. Der Ablauf ist folgender:

 
- in kleinen Städten:
Nicht alle Städte haben eine Tourist-Quota, aber die meisten. Oft gibt es keinen eigenen Schalter für Touristen, dann muß man erst zur allgemeinen Information nachdem man den Buchungszettel ausgefüllt hat und fragt dort auch gleich, ob und wo es die Tourist-Quota gibt. Ein guter Reiseführer kann diese Fragen schon im vorhinein beantworten.

 
Ums Anstellen für ein paar oder mehr Minuten an den jeweiligen Schaltern kommt man nicht herum.

 
In Touristen-Zentren wie Goa, Calangute, Delhi und Kovalam gibt es auch zunehmend Reisebüros, die gegen Gebühr das Ticket organisieren.

 
Wenn man etwas Glück hat, bekommt man eine Reservierung für den nächsten Tag, ab und zu wird man auf die Warteliste gesetzt und muß noch einmal, kurz vor Abfahrt, versuchen eine Reservierung zu erhalten.

 
Zu bezahlen ist das Ticket oft noch in Dollar, oder man muß einen Tauschbeleg vorlegen.

 
Wer mit Aircondition oder über Nacht reist, sollte etwas warmes zum Anziehen bereithalten und benötigt eine Decke etc..

 
Im Zug kann man auch Essen kaufen, von den Fliegenden Händlern oder vom Zugpersonal. In der ersten Klasse ist das schon inklusive.

 

Busse:


-Öffentliche Busse (STC/STCT)
Es gibt ein eng gestricktes öffentliches Busnetz, das von jedem indischen Staat bereitgestellt wird und dessen Busse meist recht "basic" aber billig sind, d. h. es sind meist alte Busse mit schlechten Sitzen und einem beinhartem Fahrwerk, bei dem man jedes Straßenloch zu spüren bekommt. Für Strecken bis zu 3 Stunden ist das noch ganz gut auszuhalten und für die kurzen Strecken gibt es oft sowieso keine Alternativen. Am besten versucht man einen Platz ganz vorne zu bekommen, denn hinten treffen einem die Schlaglöcher und Speedbreaker mit doppelter Härte.
Buchen kann man diese Busse in den Busbahnhöfen, oft kann man im voraus ein Ticket und Reservierung erhalten.

 
Die Geschwindigkeit der Busse erscheint ab und zu enorm, jedoch muß man mit einem durchschnittlichen Fortkommen von 40 km in der Stunde rechnen, da oft gehalten wird. Fragen Sie beim Kauf des Tickets, wie lange es dauert, dort anzukommen.
Weibliche Reisende haben sich oft beklagt, dass die Rastplätze der öffentlichen Busse oft keine Toiletten für Frauen haben.

 
Ausnahmen bestätigen die Regel, manchmal findet man auch ganz gute öffentliche Busse, z. B. in Gujarat und Kerala.

 
Private Busse:
Sind die beste Wahl für eine mittlere Entfernung, oder wenn es keine Zugverbindung gibt. Das Verkehrsnetz ist bereits eng gestrickt, so daß man fast für alle Ziele in mittlerer Distanz einen privaten Bus finden kann. Diese Busse fahren meist über Nacht, haben ganz ordentliche Sitze und halten an relativ guten Rastplätzen. Die Kosten sind natürlich höher als für einen öffentlichen Bus.
Buchen kann man diese Busse in Hotels und Reisebüros. Die meisten Buchungsschalter findet man nahe den öffentlichen Busbahnhöfen. Meist kann man eine Reservierung für den folgenden Tag erhalten.
Vor 10 Jahren waren die Video-Coachen noch sehr populär. Man wurde in diesen Bussen den ganzen Tag und die ganze Nacht mit Hindu-Movies und plärrender Hindu-Musik gefoltert. Diese sind nun glücklicherweise verboten worden, aber ab und zu gerät man in einen.
Inzwischen gibt es sogenannte Sleeper-Busse, bei denen man sich über Nacht hinlegen kann. Die Pritschen sind ähnlich wie im Zug gestaltet aber für westliche Maße zu kurz, tagsüber kann man sitzen.

Mit diesem Bus bin ich von Pune nach Panjim gefahren und habe ganz ordentlich geschlafen. Die Nacht vorher habe ich in einem ähnlichen Bus von Indore nach Pune verbracht und konnte gar nicht schlafen, da die Straße schlechter war und ich einen Platz im hinteren Teil hatte.
Es gibt auch Busse, die keine Sitze und nur Liegeflächen haben.
Die Abfahrtsorte für die privaten Busse sind oft weit verstreut und schwer zu finden. Die Mehrheit der Fahrgäste sind übrigens Inder und keine Touristen.

 

Flüge:


Es gibt in Indien 4 Fluglinien, die innerindische Flüge anbieten. Die Preise sind verhältnismäßig günstig. Für Urlauber, die nur 2 oder 3 Wochen Zeit haben und viel sehen möchten, bietet Indian Airlines einen Flugpaß für ganz Indien an (für 7/15/21 Tage), der sich natürlich nur amortisiert, wenn man alle 2-3 Tage den Ort wechseln will. Die Online-Adressen finden Sie unter Reisetips für Indien.

 

Taxi:


Wie überall auf der Welt, erwarten die Taxifahrer, von Fremden mehr Geld zu verdienen. Falls der Taxifahrer seinen Taxameter nicht anstellen will, muß man verhandeln oder sich einen anderen suchen, insgesamt sind sie aber recht günstig. Man kann sich auch ein Taxi für den ganzen Tag mieten oder für kurze Strecken anstelle eines Busses. Bei vier Passagieren und gutem Verhandlungsgeschick zaht man dann nur wenig mehr, als für die Busfahrt.

 

Rikshaws:


Sogenannte "Horse-Rikshaws", sind Riskshaws, die von einem Menschen gezogen werden. Bei meinem letzten Aufenthalt in Indien habe ich sie aber nirgends mehr entdecken können.
Fahrrad-Rikshaws gibt es fast überall, auch wenn sie in einigen Innenstädten nicht mehr zugelassen sind. Für kurze Strecken, oder wenn man die Orientierung verloren hat, sind sie ganz nützlich. Man hat natürlich Skrupel, aber die Inder nutzen Sie und der arme Kerl muß auch seine Familie versorgen.
Motor-Rikshaws Gibt es überall, sie sind billiger als die Taxis und schnell. Leider haben sie allesamt einen Zweitakt-Motor (wie der Trabbi) und verursachen einen großen Teil der Luftverschmutzung in den Städten.


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